Auf ein Wort

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Gedächtnis der Schmerzen Mariens – 15.09.2017

„Als Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er liebte, sagte er zu seiner Mutter:
Frau, siehe, dein Sohn!
Dann sagte er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter!
Und von jener Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.“ (Joh 19,26f.)

Allmächtiger Gott,
du hast der Mutter Jesu die Kraft verliehen,
unter dem Kreuz zu stehen
und das Leiden ihres Sohnes zu teilen.
Hilf uns, täglich unser Kreuz anzunehmen,
damit wir auch an der Auferstehung
unseres Herrn Jesus Christus teilhaben,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

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Zum Fest der Kreuzerhöhung – 14.09.2017

Wenn wir den Blick auf das Kreuz richten, an das Jesus geschlagen worden ist, betrachten wir das Zeichen der Liebe, der unendlichen Liebe Gottes zu einem jeden von uns und die Wurzel unseres Heils. Jenem Kreuz entspringt die Barmherzigkeit des Vaters, die die ganze Welt umfasst. Durch das Kreuz Christi ist der Teufel besiegt, ist der Tod niedergerungen, ist uns das Leben geschenkt, ist die Hoffnung zurückgegeben worden. Das ist wichtig: Durch das Kreuz Christi ist uns die Hoffnung zurückgegeben worden. Das Kreuz Jesu ist unsere einzige wahre Hoffnung! Deshalb also »erhöht« die Kirche das heilige Kreuz, und deshalb segnen wir Christen mit dem Zeichen des Kreuzes. Das heißt: Wir erhöhen nicht die Kreuze, sondern das glorreiche Kreuz Jesu, Zeichen der unendlichen Liebe Gottes, Zeichen unseres Heils und Weg zur Auferstehung. Und das ist unsere Hoffnung.

Während wir das heilige Kreuz betrachten und feiern, denken wir innerlich bewegt an die vielen Brüder und Schwestern, die aufgrund ihrer Treue zu Christus verfolgt und getötet werden. Dies geschieht besonders dort, wo die Religionsfreiheit noch nicht garantiert oder voll verwirklicht ist. Es geschieht aber auch in Ländern und Umfeldern, die zwar prinzipiell die Freiheit und die Menschenrechte schützen, wo aber im Konkreten die Gläubigen – und besonders die Christen – Einschränkungen und Diskriminierungen erfahren. Daher gedenken wir ihrer heute und beten besonders für sie. Auf Golgatha, unter dem Kreuz, stand die Jungfrau Maria (vgl. Joh 19,25-27). Sie ist die schmerzensreiche Jungfrau, die wir morgen in der Liturgie feiern. Ihr empfehle ich die Gegenwart und die Zukunft der Kirche, damit wir alle immer die Botschaft der Liebe und des Heils des Kreuzes Jesu zu entdecken und anzunehmen wissen.

Papst Franziskus, Auszug vom Angelus am 14.09.2014

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Gedenktag Mariä Namen – 12.09.2017

Maria ist die erste, die an dieser neuen göttlichen Offenbarung und der darin liegenden neuen »Selbstmitteilung« Gottes teilhat. Darum ruft sie aus: »Großes hat der Mächtige an mir getan, und heilig ist sein Name«. Ihre Worte geben die Freude ihres Geistes wieder, die nur schwer auszudrücken ist: »Mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter«. Denn »die Tiefe der durch diese Offenbarung über Gott und über das Heil des Menschen erschlossenen Wahrheit leuchtet uns auf in Christus, der zugleich der Mittler und die Fülle der ganzen Offenbarung ist«. Im Jubel ihres Herzens bekennt Maria, Einlass gefunden zu haben in die innerste Mitte dieser Fülle Christi. Sie ist sich bewusst, dass sich an ihr die Verheißung erfüllt, die an die Väter und vor allem an »Abraham und seine Nachkommen auf ewig« ergangen ist; dass also auf sie als die Mutter Christi der gesamte Heilsplan hingeordnet ist, in dem sich »von Geschlecht zu Geschlecht« derjenige offenbart, der als Gott des Bundes »an sein Erbarmen denkt«.

Johannes Paul II., Enzyklika Redemptoris Mater über die Selige Jungfrau Maria im Leben der pilgernden Kirche, 25.03.1987, Nr. 36.

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Zum Fest Mariä Geburt – 08.09.2017

Heute wurde das Tor nach Osten erbaut, durch das Christus einziehen und ausziehen wird, und dieses Tor ist verschlossen (vgl. Ez 44,1-3). In ihm ist Christus, das Tor zu den Schafen (Joh 10,7), Er, Dessen Name Sonnenaufgang ist (vgl. Zach 6,12) und durch Den wir Zugang erhalten
haben zum Vater, dem Ursprung des Lichts. Heute wehen sanfte Winde, Verkünder weltweiter Freude. Es frohlocke der Himmel oben, es jauchze die Erde unten! Das Meer dieser Welt lasse seine Wellen tanzen, denn in ihm wird heute die Muschel geboren, die vom Himmel her durch den Blitz der Göttlichkeit in ihrem Schoß empfangen und die unschätzbare Perle, Christus (vgl. Mt 13,46), hervorbringen wird.

Hl. Johannes von Damaskus (um 675-749), Mönch, Theologe und Kirchenlehrer
Homilie über die Geburt der Jungfrau Maria, 4

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„…wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen“ (Mt 16, 25)

Die Hingabe des ganzen Lebens für die Sache Gottes und Christi macht aus der ganzen Existenz eine einzige liturgische Feier. Sie wird angesichts der Welt leibhaftig, gefeiert, aber ohne Anpassung an die Welt. Darin ist die christliche Existenz, wenn sie dem Logos gemäß in der Nachfolge Christi gelebt wird, sowohl eine Predigt an die Welt wie auch ein Opfer für die Welt, da die Christen ja in der Selbsthingabe Christi für die Welt ihren Anteil haben. Dies freilich, sagt Paulus, erfordert von jedem eine dauernde Selbstprüfung, ob er Ja sagt zum Ärgernis des Kreuzes, Ja sagt zur Darstellung der Wahrheit Christi vor der ihn umgebenden Welt.

Hans Urs von Balthasar, Licht des Wortes. Skizzen zu allen Sonntagslesungen, Einsiedeln 1992 (2. Auflage), 108-109.